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Kunsthalle Altdorf, das Gebäude Nach
der Abnutzung des Gebäudes durch die Ablagerei Kopf bis zum Jahr
1988 stand es zehn Jahre leer, verschmutzt und verwahrlost wie es war.
Der Schimmelpilz breitete sich an den Wänden des Erdgeschosses aus,
durch undichte Stellen zwischen Anbau und Eingangsbereich sickerte Regenwasser,
Pflanzen wucherten durch Fensterritzen ins Innere, Staub machte sich breit.
Salpeter und alter Putz rieselten von den Wänden, dazu ein stechender
Geruch als Hinterlassenschaft des Ablaugers, der seine Säurebäder
an den Wänden und Betonrinnen verspritzt und verschüttet hatte.
In diesem Zustand fanden mein Mann Yoshiyuki Kakedo und ich, damals noch
als Künstler in Düsseldorf tätig, bei der Besichtigung
im Januar 1998 das Gebäude vor. Der Anblick war erbärmlich,
der Geruch stechend, der Januartag dunkel und kalt, noch weniger Licht
fiel durch die blinden Fensterscheiben. Wir hatten Erfahrungen mit etlichen
Ateliersanierungen hinter uns, aber hier war es besonders beklemmend,
denn schließlich war dies keine Fabrik und kein Pferdestall, sondern
eine Synagoge gewesen. Als wir dann die Wendeltreppe hinaufstiegen, und
die erste Etage betraten, erinnerte uns die Anlage an ein Loft in New
York, wo Künstler in den 70er Jahren alte Büroräume in
Ateliers umgebaut haben, und wir waren ganz baff, dass es so etwas in
Altdorf gab. Was dann den Ausschlag gab, dass wir uns um den Erwerb des
Gebäudes bemühten, war die Großzügigkeit der Räume,
die gut erhaltene Bausubstanz und die naive Zuversicht, mit der Hände
Arbeit dieses einstmals prachtvolle Haus wieder schön zu machen.
Die Vision eines Kunstwerks. Heute,
nach 3 Jahren intensivster Sanierungen seitens meines Mannes Yoshiyuki
Kakedo, hat Altdorf eine schöne Kunsthalle, in der regelmäßig
Ausstellungen zeitgenössischer Kunst stattfinden. Leider zieren sich
die Altdorfer noch ein wenig, aber aus den umliegenden Kunstzentren, aus
Straßburg, Freiburg, Lahr ,Offenburg, Bern und Basel, dank der Verbindungen
unserer Künstler und der Qualität ihrer Ausstellungen, kommen
mehr und mehr Besucher zu uns. Die Gemeinde Ettenheim hat uns im Jahr
2000 einen Zuschuß in Höhe von 5000 DM für den Fußboden
gewährt. Die Kommunikation auch mit jüdischen Künstlern
und Kunstfreunden ist lebhaft, freundschaftlich und ganz normal, sie haben
keine Probleme mit der heutigen Nutzung der Ehemaligen Synagoge Altdorf
als Kunsthalle. Aus der Vision ist Wirklichkeit geworden. |
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